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Donnerstag, 26. März 2015

Noch ein Tausch



Das Gerhard-Marcks-Haus konnte 2005 einen wichtigen Bestand an Skizzen und Plastiken aus dem Nachlass von Trude Jalowetz (1910-1976) erwerben. Darunter einige Skizzen, die während des Aufenthalts von Gerhard Marcks bei Trude im holländischen Wassenaar entstanden sind. Auch eines der wichtigsten plastischen Porträts, betitelt „Angela“ ist dort entstanden.
Ursprünglich kaufte der damalige Museumsdirektor Carl Georg Heise (1890–1979) das Werk für die Kunsthalle Hamburg. 1957, ist es gegen das Werk „Großer Hahn“ (WV 577) an den Künstler zurückgetauscht worden. Von dort gelangte es 1971 in die Gerhard-Marcks-Stiftung Bremen. Dokumente von Gerhard Marcks belegen, dass die grünliche Patina auf die Zeit zwischen 1943-1946 zurückzuführen ist, in der das Werk aus Angst vor Zerstörung bzw. Beschlagnahmung vom Künstler vergraben worden war. Es ist der einzige erhaltene Guss, da auch das Gipsmodell bei einem Bombeneinschlag verloren ging. 
Die Porträtbüste wird ab 23. Mai in der Ausstellung  „Die Stille im Zentrum des Zyklons. Gerhard Marcks und sein Modell Trude Jalowetz“ in Neu-Ulm zu sehen sein.

Gerhard Marcks, "Angela" Porträt nach dem Modell von Trude Jalowetz

Samstag, 28. Februar 2015

Still Allein (5)

Werbeprospekt des Rembrandt-Verlages, um 1935/36
Das Buch "Deutsche Bildhauer der Gegenwart" wurde Mitte der 1930er-Jahren mit einem Schutzumschlag herausgegeben, auf dem "Still Allein" von Gerhard Marcks abgebildet war. Es ist anzunehmen, dass einige Leute wussten, dass das Modell 1933 Deutschland hatte verlassen müssen. Vor dem Hintergrund einer sich entwickelnden heroischen offiziellen Bildhauerei war "Still Allein" ein deutliches Statement zur modernen figürlichen Tradition.

Donnerstag, 26. Februar 2015

Fragen zu einem Tausch (2)

Anfang 1934 erschien das Buch "Deutsche Bildhauer der Gegenwart" von Alfred Hentzen. Hentzen war als Kustos verantwortlich für die moderne Sammlung der Nationalgalerie. In seinem Buch findet sich auf Seite 111 (in einer späteren Ausgabe 119) eine Abbildung einer Bronzefassung von "Still Allein" mit "Nationalgalerie" als Besitzangabe. Nicht nur waren Gipsfiguren getauscht worden, die Nationalgalerie hatte offensichtlich auch das Recht erworben, einen versilberten Bronzeguss gießen zu lassen.

Dienstag, 10. Februar 2015

Fragen zu einem Tausch

Kronprinzenpalais 1932, Blick in die Ausstellung
1930 erwarb das Preußische Kulturministerium die Gruppe "Griechinnen" von 1928 für die Berliner Nationalgalerie (rechts auf dem Foto). Im März 1933 bat Ludwig Justi, der Direktor der Nationalgalerie, Marcks möge die Gruppe zurücknehmen und als Tausch die Figur "Still Allein" in das Museum geben.

Ein Gipsguss der Figur befand sich 1933 als Leihgabe in der Nationalgalerie. 1945 besaß die Nationalgalerie die Figur als versilberte Bronze. Aus dieser Geschichte folgen zwei wichtige Fragen: 1) Wann wurde der Gips von wem in Bronze gegossen - und wurden damals auch andere Exemplare augeführt? 2) Wo sind die Griechinnen?     

Mittwoch, 24. Dezember 2014

Still Allein (2)


Die wichtigste Quelle zum Werk von Gerhard Marcks ist das sogenannte Tagebuch. Seit den 1920er-Jahren führte er darin eine Liste von seinen Skulpturen. Oft gibt es Hinweise zu den ersten Besitzern. Ein Bronze-Exemplar von "Still Allein" befand sich in den frühen 1930er-Jahren bei dem Maler Hans Purrmann. Der Gips wurde offensichtlich im Kronprinzenpalais, also in der modernen Abteilung der Nationalgalerie in Berlin, ausgestellt.  

Montag, 22. Dezember 2014

Still Allein (1)

Gerhard Marcks: Still Allein, 1932
Bronze, 62 cm, Neu Ulm, Edwin Scharff Museum

Vor einem Jahr konnten unsere Kollegen vom Edwin Scharff Museum dieses sehr schöne Exemplar der Figur "Still Allein" von 1932 erwerben. Ende Mai 2015 zeigt das Museum in Neu-Ulm eine Ausstellung um diese Figur und um das Modell Trude Jalowetz. Wir werden in diesem Zusammenhang unsere Sammlung erforschen und Zwischenergebnisse hier publizieren.